Lipödem und Partnerschaft
Wie PartnerInnen nach der OP wirklich unterstützen können
Eine Lipödem-Operation ist für viele Patientinnen ein großer Schritt – körperlich wie emotional. Doch die eigentliche Herausforderung beginnt oft erst danach: in der Heilungsphase. Genau hier spielt der Partner oder die Partnerin eine entscheidende Rolle.
Die Zeit nach der OP: Mehr als nur körperliche Erholung
- Nach dem Eingriff ist der Körper geschwächt, der Kreislauf instabil und die Emotionen fahren Achterbahn. Viele Patientinnen sind unsicher, verletzlich und brauchen vor allem eines: Halt und Unterstützung.
Worauf sich PartnerInnen /Familienmitglieder oder Freunde vorbereiten sollten
Organisation am OP-Tag
Am Tag der Entlassung ist es wichtig, dass Du Deine Partnerin persönlich abholst. Bereite das Auto vor mit Unterlagen oder alten Decke, da die Beine am Tag nach der OP noch auslaufen können. Am besten auf der Rückbank, damit sich deine Partnerin richtig ausstrecken- und die Beine hochlegen kann.
Unterstützung im Alltag
In den ersten Tagen zu Hause solltest Du einen Großteil der Aufgaben übernehmen – vom Einkaufen bis hin zu alltäglichen Erledigungen. Klärt vorher ab, wie die Kinderbetreuung laufen soll. Deine Partnerin braucht jetzt vor allem Ruhe.
Kreislaufprobleme und Ohnmacht
In den ersten Tagen nach der OP kann es zu Kreislaufproblemen kommen – im Einzelfall auch zu einer Ohnmacht. Das kann beängstigend wirken, ist aber meist gut in den Griff zu bekommen.
Wichtig ist vor allem: Ruhe bewahren.
Wenn Deine Partnerin ohnmächtig wird:
- Lass sie zunächst auf dem Boden liegen
- Hebe ihre Beine leicht an
- So kann das Blut besser zum Kopf zurückfließen
In der Regel kommt sie so schnell wieder zu sich. Danach sollte sie sich ausreichend Zeit nehmen, um sich zu sammeln. Hilf ihr erst dann wieder auf die Beine, wenn sie sich vollständig orientiert und stabil fühlt.
Deine Ruhe und Sicherheit geben ihr in diesem Moment den wichtigsten Halt.
Emotionale Unterstützung
Zweifel wie „War das die richtige Entscheidung?“ sind nach der OP ganz normal. Höre zu, beruhige und bestärke sie, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat.
Gerade in den ersten Wochen sind die Beine oft noch stark geschwollen. Viele Patientinnen werden dadurch ungeduldig, frustriert oder auch schlecht gelaunt. Das ist völlig normal – die Heilung braucht Zeit.
Hier bist Du als Partner besonders wichtig:
- Höre zu und nimm ihre Gefühle ernst
- Erinnere sie daran, dass Heilung ein Prozess ist
- Bestärke sie in ihrer Entscheidung
Geduld ist in dieser Phase entscheidend – und Deine Unterstützung hilft ihr, diese Zeit besser zu überstehen.
Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Wichtig ist, dass Du da bist. Deine Unterstützung – praktisch wie emotional – macht einen entscheidenden Unterschied im Heilungsprozess.


